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Finde deinen eigenen Weg für die Erziehung deines Kindes
Heute kommt im Blog Gastautorin Petra Straßmeir von kleinwirdgross.de zu Wort - sie zeigt dir, wie du deinen eigenen Weg durch den Dschungel der verschiedensten Erziehungsratgeber findest:

"Wenn ich in einen Buchladen gehe, sehe ich dort Unmengen an Erziehungsratgebern. Und das ist nur eine kleine Auswahl aller erhältlichen Bücher zum Thema „Erziehung“.

Weitere (gutgemeinte) Ratschläge erhalten Eltern ganz umsonst.
Von den eigenen Eltern, Schwiegereltern, Nachbarn, befreundeten Eltern usw.  Die Quelle der Ratschläge ist hier noch nicht versiegt.  Ganz im Gegenteil. Eine ganze Flut an Ratschlägen finden Eltern im Internet.

Die Menge an Ratschlägen wäre nicht so schlimm, wenn diese nicht einen Fehler hätten:

Relativ schnell kommen Eltern an den Punkt, an dem sich Ratschläge aus Büchern, Zeitschriften, anderen Menschen und dem Internet widersprechen und die Eltern verunsichert zurücklässt. Oder aber die Eltern kommen an den Punkt an dem sie frustriert sind, weil all die Ratschläge ihnen überhaupt nicht helfen bzw. sie nicht umsetzen können.

Wenn du dieser Verunsicherung/Frustration entgegenwirken willst, dann beschreite deinen eigenen Weg in der Erziehung deiner Kinder. Einen Weg, der von dir selbst gewählt wird, zu dir und deinen Kindern passt und somit auch umsetzbar ist. Diese 8 Schritte helfen dir dabei:

In 8 Schritten zu deinem eigenen „Erziehungs-Weg“ kommen

1.     Finde deine Werte und Ideale für die Erziehung deiner Kinder heraus, damit du weißt, was dir in der Erziehung wichtig ist und in welche Richtung du gehen möchtest

Dir ist es bestimmt auch schon so ergangen: Eigentlich wolltest du niemals diese eine ganz besondere und typische Verhaltensweise deiner Mutter/deines Vaters übernehmen, die dich als Kind schrecklich geärgert hat, und es bei deinem Kind wiederholen. Und doch ertappst du dich jetzt immer wieder dabei (seitdem du ein eigenes Kind hast), dass du in manchen Situationen genauso wie deine Eltern damals reagierst – obwohl du das nie machen wolltest (du kannst einfach nicht anders, es überrollt dich in Stresszeiten). Das kommt daher, dass Kinder das Verhalten ihrer Eltern beobachten und die dahinterliegenden Ideale und Werte ihrer Eltern übernehmen. Als Erwachsene brechen dann in Stresszeiten diese beobachteten Verhaltensweisen der eigenen Eltern und somit auch die Werte und Ideale der Eltern durch.

Mein Tipp für Schritt 1 deines eigenen Erziehungsweges:

Um in stressigen Zeiten anders reagieren zu können, ist es wichtig, dich mit den Werten und Idealen deiner Eltern auseinanderzusetzen und zu entscheiden, welche du davon übernehmen möchtest und welche du loslassen willst– so dass du die Chance hast, dein Verhalten (dem auch Werte und Ideale zu Grunde liegen) auch in Stresszeiten zu verändern

2.     Setze dir Prioritäten im Umgang mit deinem Kind, sodass du nicht von der Masse an möglichen Verhaltensweisen in der Erziehung deines Kindes überrollt wirst

Prioritäten helfen dir dabei, im Alltag mit Kind Entscheidungen zu treffen, die du danach nicht bereust. Sie weisen dir deinen Weg und mit der Zeit wird sich dein Handeln immer mehr nach deinen Prioritäten ausrichten, wenn du sie dir notierst und immer wieder anschaust.

Mein Tipp für Schritt 2 deines eigenen Erziehungsweges:

Finde heraus, was dir am allerwichtigsten im Umgang mit deinem Kind ist, was du deinem Kind auf seinem Lebensweg mitgeben – ihm schenken willst. Mache dir eine Liste dazu. Diese Prioritäten helfen dir abzuwägen, ob eine mögliche Verhaltensweise zu dem passt, was du deinem Kind mitgeben willst – oder auch nicht. Dann kannst du dein Verhalten noch einmal überdenken und verändern.

3.     Beobachte dein Kind: welche Persönlichkeit hat es und wie kannst du es am besten unterstützen? Dadurch wird deine Erziehungsweise individuell auf euch zugeschnitten

Begleite dein Kind, laufe in seinem Tempo neben ihm her, sei an seiner Seite - das ist die beste Begleitung in der Entwicklung deines Kindes.

Um im Tempo deines Kindes gehen zu können und es auf seinem Weg zu begleiten, ist es wichtig zu beobachten, wo dein Kind gerade steht, wohin es sich entwickeln will, was ihm Freude macht und es interessiert.

Mein Tipp für Schritt 3 deines eigenen Erziehungsweges:

Beobachte dein Kind ein paar Tage bewusst und mache dir Notizen, wo dein Kind gerade steht, wohin es sich entwickeln will, was ihm Freude macht und es interessiert

Deine Erkenntnisse daraus, kannst du dann in deine Erziehung mit einfließen lassen.

4.     Setze dich mit deinem Erziehungsstil auseinander, sodass du einen inneren Leitfaden hast, nachdem du dich richten kannst, wenn Ratschläge dich verwirren wollen

Es gibt so viele unterschiedliche Stile, wie du dein Kind auf seinem Weg begleiten kannst.

Wenn du für dich noch keine Linie gefunden hast, dann kann es schwierig sein, durch all die Möglichkeiten der Erziehungsmethoden zu manövrieren. Es kann passieren, dass du wie ein Boot auf hoher See hin und her schwankst.

Mein Tipp für Schritt 4 deines eigenen Erziehungsweges:

Befasse dich mit den verschiedenen Stilen in der Erziehung und kreiere deinen ganz auf dich und dein Kind zugeschnittenen eigenen Stil.

5.     Finde Routinen, die zu euch passen und euren Alltag erleichtern, sodass diese einen Teil des täglichen Erziehungsweges vorgeben und Ruhe in den Alltag bringen

Da es in einem ganz normalen Familienalltag schon genügend Durcheinander gibt, ist es wichtig eine gewisse Struktur und Routine im Alltag mit Kindern zu haben. Es gibt dir und deinen Kindern ein Gefühl von Ordnung und Verlässlichkeit in all dem (normalen) Durcheinander.

Mein Tipp für Schritt 5 deines eigenen Erziehungsweges:

Schaue dir deinen Alltag an und überlege, welche Abläufe schon zur Routine geworden sind und in welchem Bereich es vielleicht gut wäre, eine Routine einzuführen. Wie sollte diese neue Routine aussehen?

6.     Reflektiere dein Verhalten, denn eine Handlung sagt deinem Kind mehr als 1000 Worte und ist somit ein großer Bestandteil des Erziehungsweges

Kinder lernen in den ersten 7 Jahren sehr stark durch Nachahmung der Bezugspersonen. Es ist demnach wichtig, wie du sprichst, handelst, Konflikte austrägst…Denn all das wird dein Kind beobachten und in sein eigenes Verhalten (auf seine Art und Weise) integrieren.

Mein Tipp für Schritt 6 deines eigenen Erziehungsweges:

Reflektiere dein Verhalten im Alltag:

·         Ist das, was du sagst im Einklang oder im Widerspruch mit dem, was du tust?
·         Wie gehst du mit Wut um?
·         Wie sprichst du mit deinem Kind?
·         Wie gehst du mit Konflikten um?

Was möchtest du verändern, so dass dein Kind ein noch besseres Vorbild an dir hat?

7.     Befasse dich mit Regeln, Grenzen und Konsequenzen. Dadurch wirst du im Umgang mit deinem Kind gelassener und sicherer

Hierfür ist es wichtig, dir klar darüber zu werden, wie du zu Regeln und Grenzen stehst und auch wie du es mit den Konsequent sein handhaben möchtest.

Mein Tipp für Schritt 7 deines eigenen Erziehungsweges:

Weniger ist oft mehr. Deshalb empfehle ich dir, nicht zu viele Regeln im Alltag mit Kind zu haben. Je mehr es werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass du dein Kind damit überforderst und es sich nicht mehr an alle Regeln halten kann.

Konsequenz ist ein „schwieriges“ Thema –zumindest für mich. Im Alltag mit Kind geht es oft nicht ohne und trotzdem habe ich den Wunsch, dass es anders geht. Denn Konsequent sein hat auch immer etwas mit Macht und Stärke zu tun. Mit der Konsequenz zeige ich meinem Kind, dass ich „mächtiger“ bin als es selbst und sich mir fügen muss, wenn es keine unangenehmen Folgen haben möchte. Deshalb versuche ich zuerst mit meinem Kind zu reden und ihm zu sagen, warum mir etwas wichtig ist. Danach frage ich, was es braucht, damit es dies schafft. Erst in letzter Instanz kündige ich eine Konsequenz an. (Das schaffe ich leider nicht immer, weil meine Geduld in den Herausforderungen des Alltags verloren gegangen ist und die Konsequenz-Androhung einfach so aus mir rausbricht. Trotzdem erinnere ich mich immer wieder selbst daran, wie ich mit dem Konsequent sein umgehen möchte und handle nach dem Motto: Neuer Tag – neuer Versuch)

8.     Finde deine Erziehungsziele, damit sie dir die Richtung im Alltag weisen können

Wer sein Ziel nicht kennt, merkt nicht, wenn er vom Weg abgekommen ist!

In diesem Sinne brauchst du Ziele in Bezug auf den Umgang mit deinem Kind. Es geht hier nicht darum, was dein Kind gelernt haben soll, bis es erwachsen ist, sondern wie du dein Kind „erziehen“ willst – welcher Leitfaden dich auf dem Weg mit deinem Kind begleiten soll.

Mein Tipp für Schritt 8 deines eigenen Erziehungsweges:

Formuliere deine Top 10 Erziehungsziele – wie du dein Kind in seiner Entwicklung begleiten möchtest. Schreibe sie auf und pinne sie z.B. an eine Pinnwand.

Das waren nun die 8 Schritte, die dich zu deinem eigenen Erziehungsweg führen können.
Nun bist du dran. Schnapp dir Papier und Stift und leg los!

Wenn du dich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchtest und dir dazu Hilfestellungen in Form von Aufgaben/Übungen wünscht, dann schaue doch hier vorbei.

Petra1Über die Autorin:

Petra Straßmeir ist Erzieherin, Nanny und zweifache Mutter. Sie hilft Eltern dabei, den Alltag mit Kind zu entspannen und zu erleichtern, sodass diese ihr Eltern-Sein und die Zeit mit ihrem Kind wieder richtig genießen können. Sie schreibt zu diesem Thema auf KLEIN WIRD GROSS, gibt Elternkurse und hat ein Buch über die wertschätzende Begleitung des Kindes in der Trotzphase geschrieben.

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Kommentare   

Ilse Lechner
+1 # Ilse Lechner 2016-02-02 17:18
Liebe Petra,
wie immer sind deine Tipps praxistauglich und top! Ich merke einfach immer wieder, wie du die verschiedenen Blickwinkel einnimmst und so die Eltern extrem liebevoll unterstützen kannst.
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Petra
0 # Petra 2016-02-02 22:21
Danke Dir Ilse für deine lieben Worte!
LG
Petra
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Nicole
0 # Nicole 2016-02-05 21:41
Liebe Petra,
vielen Dank für diese inspirierenden Tipps die schnell umsetzbar sind. Vor allem den Rat der Vorbildfunktion zu beherzigen - also handeln statt 1000 Worte finde ich so wichtig und ist für die Kinder so einfach nachvollziehbar.
Liebe Grüsse, Nicole
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Petra
0 # Petra 2016-02-08 23:00
Gerne!
Ja, die Vorbildfunktion ist so wichtig und trotzdem vergisst man es im Alltag leicht. Deshalb habe ich es mit eingebunden in diesen Artikel.
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Hallo, ich bin Vera image-2015-07-30

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